Aglaonema als Büropflan

Das Aglaonema 

Ein Meer aus Grüntönen  –  türkis, graugrün, mai- oder dunkelgrün, mit feinen hellen, teilweise silbrig gesprenkelten Strukturen, wie Lichtreflextionen auf einer Wasseroberfläche – so poetisch lässt sich das Aglaonema (Kolbenfaden) beschreiben. 

Tatsächlich sind es die Blätter, die diese Gattung als Zierpflanze auszeichnen. Es gibt unzählige Sorten mit großen, kleinen schmalen oder breiten Blättern in verschiedenen Farbausprägungen. Die Blüte ist dagegen unscheinbar. Ein Fruchtschmuck in Gestalt roter Beeren ist im Innenraum selten zu sehen.

Die Heimat der Gattung Aglaonema

Aglaonema-Arten sind in den tropischen Wäldern Südostasiens beheimatet. Aufgrund dieser Herkunft sind sie wenig kältetolerant. Also Vorsicht beim Lüften im Winter! Die Temperatur sollte immer über 15 Grad liegen.

Um in den untersten Etagen der Regenwälder überleben zu können, haben die Pflanzen gelernt auch den letzten Sonnenstrahl, der durch das Blätterdach dringt zu nutzen und kommen mit erstaunlich wenig Licht aus. Dabei helfen ihnen die auch bei den Wildarten zu findenden, silbrigen Blattzeichnungen. 

Das qualifiziert Aglaonema zur Büropflanze

Die Fähigkeit einer „echten Schattenpflanze“ qualifiziert das Aglaonema als Büropflanze. Während andere so genannte „Schattenpflanzen“ in Wirklichkeit nur langsamer als andere Pflanzen sterben, wächst das Aglaonema stetig und hält viele Jahre bei uns aus. Bei sehr geringem Lichtangebot wird das Erscheinungsbild, beziehungsweise der Aufbau der Pflanze, lockerer; bei mehr Licht wächst sie kompakter und kräftiger, bei zu viel Licht, eventuell durch pralle Sonne, kann die Pflanze vergilben. 

Das Aglaonema ist eine pflegeleichte Pflanze, die deutlich besser als andere Pflanzen mit auffälliger Blattzeichnung, wie zum Beispiel Calathea, mit unserem Raumklima zurechtkommt. Sie wird auch deutlich weniger von Schädlingen befallen.

Pflege des Aglaonemas

Das Aglaonema benötigt regelmäßige Wassergaben, verträgt aber ein ganz leichtes Antrocknen besser als ein Vernässen. Staunässe ist daher unbedingt zu vermeiden! Braune Blattränder, vermehrt gelbe Blätter, ein insgesamt mattes Erscheinungsbild sind Anzeichen für eine Fehlbewässerung oder falsche Düngung. 

Alte Pflanzen entwickeln gelegentlich lange, im unteren Bereich kahle Sprossen. Diese Triebe sind, anders als bei der verwandten Dieffenbachie, wenig stabil und unschön. Sie können bis auf einen etwa 4 cm langen Stummel zurückgeschnitten werden. Allerdings ist der Neuaustrieb nicht immer sicher. Es ist besser, das Triebwachstum rechtzeitig zu stoppen, indem der Trieb nur in der Spitze so eingekürzt wird, dass die meisten Blätter am Spross belassen werden können. Allerdings ist in den meisten Fällen gar kein Schnitt nötig.

Manche Exemplare neigen zu flüssigen Zuckerausscheidungen. Diese winzigen Tröpfchen werden häufig mit einem Schädlingsbefall verwechselt. Auf diesem Zucker kann sich ein für Pflanze und Mensch harmloser Rußtaupilz ansiedeln, der besonders häufig bei weißstieligen Pflanzen für Aufregung und Schimmelalarm sorgt. Wer das vermeiden möchte, verzichtet besser auf solche Sorten. 

Achtung: giftig!

Alle Teile der Pflanze sind giftig und natürlich nicht zum Verzehr geeignet. Der Pflanzsaft kann bei empfindlichen Menschen Hautreizungen hervorrufen. Diese Eigenschaften treffen auch auf viele andere Pflanzen zu. Das Aglaonema nimmt dabei keine besondere Stellung ein. Die ähnlich aussehende Dieffenbachie ist dagegen deutlich problematischer. 

Das Aglaonema

Übrigens  –  auch wenn es ungewöhnlich klingt  –  es heißt das Aglaonema und nicht die Aglaonema, auch wenn das „a“ am Wortende die weibliche Form vermuten ließe. Die Endung „nema“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Faden, Sperma oder Samen und ist sächlich. Aglaonema wird auf dem „e“ betont und nicht auf dem „o“, auch ein häufiger Fehler, aber dies nur am Rande.

Das Sortenangebot des Aglaonema

Die Kultursorten sind meist Hybriden verschiedener Arten. Neben den vielen Grüntönen gibt es rote und sogar pinkfarbene Sorten. Andere sind gelb oder weißlich mit den unterschiedlichsten Blattzeichnungen. In Südostasien befinden sich beeindruckende Aglaonema-Sammlungen, bei denen schon die Sortennamen wie ‘Pink Prinzess’ oder ‘Siam Aurora Set’ ein großes Farbspektrum erahnen lassen. Diese Pflanzen sind deutlich empfindlicher und benötigen mehr Licht als die grünen Sorten. 

Der geringe Lichtanspruch und die Pflegeleichtigkeit gepaart mit einem großen Sortenangebot in verschiedenen Größen zeichnen das Aglaonema als beste krautige Büropflanze aus, wobei ich besonders auf die bewährten grünen bis silbrigen Sorten hinweisen möchte.

Das Sortiment ist groß und kaum überschaubar, häufig verschwinden Neuerscheinungen nach kurzer Zeit wieder vom Markt. Ein paar Sorten, die seit vielen Jahren konstant vermehrt werden, möchte ich vorstellen:

1. Aglaonema ‘Maria Christina’

2. Aglaonema ‘Cutlass’

3. Aglaonema ‘Freedman’

4. Aglaonema ‘Maria’

5. Aglaonema ‘Silver Bay’

6. Aglaonema ‘Silver Moon’

Zusammenfassung

– Es gibt eine sehr große Sortenvielfalt, dabei sind besonders grüne Pflanzen für das Büro geeignet.

– Die meisten Sorten kommen mit wenig Licht aus, es sind „echte Schattenpflanzen“.

– Pralle Sonne kann zu Vergilbungen und Blattschäden führen.

– Das Aglaonema ist eine tropische Pflanze und kälteempfindlich. 

– Die Pflege ist unkompliziert, ein Rückschnitt ist bedingt möglich.

– Harmlose Zuckertropfen an den Blättern können mit einem Schädlingsbefall verwechselt werden.

– Der Name stammt aus dem griechischen und ist sächlich, es heißt also das Aglaonema.

– Alle Teile der Pflanze sind giftig und dürfen nicht verzehrt werden. 

– Das Aglaonema gehört zu den besten krautigen Büropflanzen. 

Am Ende ein Ratschlag von mir:

Schauen Sie sich ruhig auf Instagram und Pinterst die wunderschönen Bilder der trendigen Blattschmuckpflanzen wie zum Beispiel Alocasia, Calathea und Maranta an. Entscheiden Sie sich dann aber bei der Wahl ihrer Büropflanze für das robuste und treue Aglaonema  –  Sie werden diese Entscheidung nicht bereuen!

Vielleicht erinnern Sie sich an die Topfpflanze (Aglaonema!) in dem Film „Léon – Der Profi“ von Luc Besson. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Am Ende überlebt sie ihren fürsorglichen Besitzer, und das trotz eines, im wahrsten Sinne des Wortes, sehr bewegten Lebens. 

Können Sie sich eine solche intensive Beziehung zu einer Pflanze wie in diesem Film vorstellen? Oder gibt es sie schon? 

Bis bald

Johannes Meyer-Dohm


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