Dracaena fragrans

… und damit meine ich natürlich nicht die mitunter als solche scherzhaft genannten Angestellten, die hinter ihren Bildschirmen scheinbar Wurzeln geschlagen haben…

Vielmehr geht es um die grünen Mitstreiter und Mitstreiterinnen, die aus den Tropen zu uns kamen und nun für ein besseres Klima und angenehmes Ambiente am Arbeitsplatz sorgen. Heute sollen diese „KollegInnen“ im Mittelpunkt stehen: Woher kommen sie, was befähigt sie als Büropflanze, was können wir von ihnen erwarten und was nicht? 

Teil 1:

Dracaena – der Drachenbaum und seine Verwandten

Zur Gattung Dracaena zählt eine Vielzahl an Arten und daraus gezüchtete Sorten, die hervorragend für den Innenraum geeignet sind. Wer schon mal auf den Kanarischen Inseln war, kennt den besonders eindrucksvollen kanarischen Drachenbaum (Dracaena draco). Dieser ist allerdings kaum für den Innenraum geeignet. 

Es sind die Drachenbäume aus dem Tropen Afrikas und Asiens, die sich als Büropflanzen bewährt haben und die im Folgenden ausschließlich gemeint sind. 

In ihrer Heimat liegt die Jahresdurchschnittstemperatur meist um 20°C und schwankt wenig. Daher sind diese Vertreter wenig kältetolerant und fühlen sich bei Zimmertemperatur wohl. Kalte Zugluft, z.B. beim winterlichen Lüften, verursacht schnell deutlich sichtbare Blattschäden, und ein weiteres Auskühlen der Pflanze kann Vitalitätseinbußen bis hin zum Totalverlust zur Folge haben. 

Sie kommen besser als viele andere Pflanzen mit den Bedingungen im Büro zurecht. Dabei gilt der Grundsatz: Weniger Licht = weniger Wasser. Durch ein geschicktes Ausbalancieren der Wachstumsfaktoren Licht, Wasser und Nährstoffe überleben einige erstaunlich lange an gering belichteten Standorten. Der Drachenbaum akklimatisiert sich problemloser unter den Verhältnissen im Innenraum als z.B. eine Birkenfeige. Aber Vorsicht bei abruptem Wechsel von lichtarmen Standorten zu solchen mit Sonne: Blattschäden können die Folge sein!

Ihre Blätter sind relativ unempfindlich gegen trockene Luft. Braune oder gelbe Flecken auf den Blättern können verschiedene Ursachen haben. Sehr selten sind es Schadorganismen wie Bakterien oder Pilze. Die Ursache ist häufig Stress infolge nicht zusagender Wachstumsfaktoren. 

Dracaena-Arten und -Sorten haben nicht nur eine Vielzahl unterschiedlichster Laubformen und Farbgebungen (hellgrün, panaschiert, gestreift…) sondern auch verschiedene Wuchsformen. Zum Beispiel schlank und aufrecht, schirmförmig verzweigt oder sogar bambusartiger Wuchs. 

Dracaena zählen aus gestalterischer Sicht zu den Grün- oder Blattschmuckpflanzen. Blüten sind meist unscheinbar und bilden sich unter Innenraumbedingungen selten.

Drachenbäume enthalten Saponine. Diese Stoffe können zum Beispiel bei Verzehr gesundheitliche Probleme verursachen. Für einen gesunden, erwachsenen Menschen geht kaum Gefahr vom Drachenbaum aus. Allergikerinnen und Allergiker und sollen entsprechend ihrer Empfindlichkeiten Vorsicht walten lassen. Grundsätzlich sollte der Verzehr, z.B. durch Tiere, vermieden werden. 

Ihre Vielgestaltigkeit, breite Einsatzmöglichkeit sowie relative Anspruchslosigkeit machen  die Drachenbäume zu den wichtigsten pflegeleichten Pflanzen in der Bürobegrünung. 

Zusammenfassung

– Nicht alle Drachenbäume sind für den Innenraum/ das Büro geeignet. 

– Sie brauchen Zimmertemperatur, sie „erkälten“ sich leicht.

– Mit der richtigen Pflege halten viele Arten und Sorten lange auch an lichtarmen Standorten aus. 

– Die Blätter können bei starker Sonneneinstrahlung Verbrennungen erleiden. 

– Blattflecken sind meist durch nicht optimale Wachstumsfaktoren verursacht. 

– In seltenen Fällen können stark überempfindliche Menschen bei Berührung allergisch auf Drachenbäume reagieren. 

– Arten und Sorten der Dracaena gehören zu den besten Büropflanzen. 

Die drei wichtigsten Vertreter für das Büro:

1. Dracaena fragrans und viele Sorten

Robust und gut schattenverträglich, verträgt Wassermangel besser als Wasserüberschuss. Meist schlanker, aufrechter Wuchs. 

Dracaena reflexa

2. Dracaena reflexa und mehrere Sorten

Verträgt auch Halbschatten. Sehr ausdrucksstarke, stark verzweigte Solitärpflanzen mit häufig kräftigen, verholzten Stämmen.

3. Dracaena surculosa

Ähnelt eher einem Bambus, ist aber deutlich robuster! Im Vergleich zu Dracaena reflexa oder D. fragrans ist sie jedoch etwas empfindlicher und deutlich pflegeaufwändiger.

 

Alleine mit den Vertretern der formenreichen Gattung Dracaena ließe sich ohne Probleme eine abwechslungsreiche und langlebige Bürobegrünung realisieren. 

Damit hat sie zu Recht den ersten Platz der wichtigsten Gattungen in der Innenraumbegrünung verdient. 

Vielleicht sehen Sie jetzt Ihre eigene Dracaena mit anderen Augen oder spielen mit dem Gedanken sich eine anzuschaffen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei.

Bis bald

Johannes Meyer-Dohm