Terrassen - Sonne, Schatten, Naschen

Coole Terrassen oder Dächer zum Chillen oder Arbeiten

Erlebbare Terrassen gehören inzwischen zu den ganz großen Qualitäten einer Büroimmobilie; vorbei sind die Zeiten, in denen ein dauerhaft verschlossenes Fenster und eine Zwangs-Belüftung die Beschäftigten von der Außenwelt abschnitten. Coole Terrassen oder Dächer zum Chillen oder Arbeiten stehen nicht nur bei Rauchern ganz oben auf der Wunschliste. Auch Teamworking außerhalb der Büroräume ist sehr gefragt.

Heute möchte ich drei thematisch verschiedene Terrassengärten vorstellen. Eine Außenbegrünung unterliegt viel stärker den Witterungsbedingungen als Pflanzen im Büro, um die wir uns normalerweise kümmern. Die Begrünung einer Terrasse erfordert eine sehr genaue Planung hinsichtlich Machbarkeit und Praktikabilität. Daher hier vorab eine Checkliste:

Bewässerung Terrassenpflanzen:

Bewässerung Terrasse

✓ Ist ein Außenwasseranschluss vorhanden?

✓ Kann eine Bewässerungsanlage angeschlossen werden oder wird von Hand gewässert?

✓ Wer ist bereit, am Wochenende bei 38 Grad zu gießen? 

Das muss im Vorfeld geklärt sein. 

Gewicht, Standsicherheit, Zuwegung der Terrasse

Traglast Terrasse

✓ Wie belastbar ist die Terrasse, wie hoch die Windlast? Das hat Einfluss auf die Größe der ausgewählten Pflanzen. 

✓ Treppe, Fahrstuhl, Kran? Auch diese Fragen dürfen in Bezug auf die Kosten nicht unterschätzt werden.

Pflanzenauswahl für die Terrasse:

Die Auswahl der Pflanzen wird durch folgende Faktoren eingegrenzt:

  • – Sonne oder Schatten,
  • – Bewässerungsmöglichkeiten,
  • – Winterhärte,
  • – Pflanzkonzept.

Grundsätzlich sind immergrüne Pflanzen weniger winterhart als solche, die ihr Laub abwerfen. Bambus als Kübelpflanze übersteht in 90% der Fälle keinen Winter. Gräser werden im Winter zu Stroh. Pflanzen in Kübeln verhalten sich anders als ausgepflanzt im Garten oder Park!

Das Pflanzkonzept für die Terrasse:

Das Konzept richtet sich in der Regel nach der Terrassen-Nutzung; es kann pragmatisch sein (z.B. mit Sichtschutz) oder romantisch (z.B. als Lounge).

Hier ein paar Anregungen:

Der blühende Garten

Unsere winterharten und ausdauernden Pflanzen haben fast alle eine relativ kurze Blütezeit von oft nur zwei bis drei Wochen. Um sich den ganzen Sommer an Blüten zu erfreuen, empfehle ich eine ausdauernde Rahmenbepflanzung und eine Ergänzung mit saisonalen Blühpflanzen, die jährlich erneuert werden. Auch ein Oleander blüht den ganzen Sommer, muss dann jedoch im Herbst ins Gewächshaus. 

Der Jahreszeiten-Garten

Der Jahreszeiten-Wechsel hat einen besonderen Zauber. Im Frühling treiben Kräuter und Gräser. Im Sommer blüht der Lavendel. Im Herbst beendet ein Schlitz-Ahorn den Sommer mit einer orangenen bis tiefroten Herbstfärbung und der erste Raureif legt sich auf die abgetrockneten Gräser. Im Winter schläft der Garten und eine Schneehaube ziert die Zwergkiefer.

Der repräsentative Garten

Hier wird häufig an Formgehölze oder Bonsais gedacht. Ich habe leider schon sehr viele uralte und wunderschöne Gehölze auf Dächern und Terrassen sterben sehen. Meistens waren die Ansprüche nicht richtig eingeschätzt worden. Für den Erfolg einer solchen Begrünung ist eine genaue und kritische Prüfung der Gegebenheiten zwingend erforderlich. Hochwertige architektonische Lösungen empfinde ich heute gelegentlich als besser im Vergleich zu aufgestellten exklusiven Einzelstücken – aber das muss von Fall zu Fall entschieden werden. 

Der pflegeleichte Garten

Der erste Schritt in Richtung pflegeleicht ist in der Regel eine Bewässerungsanlage. Eine angepasste Pflanzenauswahl ist dann der zweite Schritt. Zum Beispiel empfehle ich für sonnige, exponierte Standorte robuste, „wildhafte“ Gehölze wie einige Weiden, Sanddorn-Büsche oder Bergkiefern. Auch die Gestaltung mit wenigen, aber gut platzierten Kübeln (nach dem Motto: Weniger ist mehr) mindert den Pflegeaufwand.

Projekt Sonnengarten auf der Terrasse:

Vollsonnige Terrasse mit Holzkonstruktion und Pflanzen

Diese Terrasse liegt im siebten Stock und ist vollsonnig. Alle Pflanzkübel sind an eine automatische Bewässerung angeschlossen. Das überschüssige Wasser kann unter der Holzkonstruktion abfließen. Neben einem prächtigen Fächer-Ahorn pflanzten wir Zwergkiefern, Bärenfellgras, Rosmarinweide und blühende Sträucher wie z.B. Spiere.

Holzkonstruktion für Terrasse
Pflanzen für Sonnenterrasse

Projekt Schattengarten auf der Terrasse:

Sträucher für Terrasse im Schatten

Dieser Garten befindet sich auf einer Terrasse im Hochparterre und bekommt keine direkte Sonne. In den Sommermonaten wird dieser ein bis zweimal pro Woche mit der Hand bewässert. Als Solitärstrauch wurde das europäische Pfaffenhütchen gepflanzt, begleitet durch Sträucher, wie z.B. Liguster und Ranunkelstrauch sowie Waldstauden, wie z.B. Geißbart. 

Schattenpflanzen für die Terrasse

Terrasse im Schatten mit Sitzplatz

Projekt Naschgarten auf der Terrasse: 

Terrassen mit Kräutern und Beerenobst

Diesen Garten bauten wir auf der vollsonnigen Terrasse einer Kantine. Er wird automatisch bewässert. Das überschüssige Wasser hinterlässt z.T. feuchte Spuren auf dem Holzdeck. Wir pflanzten einige hohe Gehölze, wie Birken und Essigbäume, die genauso wie die Gräser zum urbanen Charakter der Umgebung passen. Die meisten Gefäße sind mit Beerenobst oder Kräutern bepflanzt. 

Terrassen mit Kräutern und Beerenobst

So, jetzt aber raus auf das Sonnendeck, den Dachgarten oder den Balkon. Die letzten Sommertage genießen! 

Bis bald

Johannes Meyer-Dohm